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am 11. Mai 2016

Zukunft der Arbeit

Webredaktion Grüne Landstraße - Viel Interesse und guten Gesprächsstoff gab es am 28. April 2016 bei unserer Veranstaltung "Zukunft der Arbeit".

Nach der Begrüßung durch Bezirksrätin Laura Soyer in Vertretung unserer Klubobfrau Uli Pilgram hat Thomas Kerekes den Begriff Arbeit für uns weit geöffnet. Dabei hat er uns dazu eingeladen Arbeit vollkommen neu zu denken: unabhängig vom engen Korsett der Erwerbsarbeit, um sich den Herausforderungen einer neuen Arbeitswelt zu stellen und neue Lösungswege für den Arbeitsmarkt zu suchen bzw. auszuloten.

Im Alltag versteht man als Arbeit, all jene Tätigkeiten, die man für einen anderen macht und dafür eine Entlohnung erhält. Im Sprachgebrauch setzen wir den Begriff Arbeit der Bedeutung von Erwerbsarbeit gleich. Es macht jedoch Sinn, den Begriff Arbeit weiter zu denken. Daher ist es für die Zukunft notwendig sich den Herausforderungen eines neuen Arbeitsbegriff zu stellen und neue Lösungswege für den Arbeitsmarkt zu suchen bzw. auszuloten. Das Problem unseres Wirtschaftssystems ist im Moment, dass es das Potential an arbeitswilligen Menschen auf eine produktive und wohlstandsorientierte (gemeinwohlorientiert) Weise nicht einzusetzen vermag. Es braucht die Vision: Erwerbstätigkeit – Sorgearbeit – Gemeinschaftarbeit und Eigenarbeit zu verbinden und ganzheitlich zu Denken. Die einzige im Moment verbreitete Version ist z.B. die des Maschinen betätigenden Industriearbeiters oder des kreativen, aber prekärbeschäftigten Freiberuflers. Wir brauchen eine Vision was Arbeit alles sein kann; Freude, Herausforderung, Teil des Lebens und vieles mehr.

Der ang. Volkswirt Matthias Schneider sprach danach über konkrete Auswirkungen der derzeitigen Veränderungsprozesse am Arbeitsmarkt wie z.B. Industrie 4.0 sowie den Folgen dieses Produktivitätsanstiegs für die Verteilung von Wohlstand und Einkommen. Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung in ökonomischen Produktionsstätten kommt es zu einer gesteigerten Produktivität. Währenddessen nehmen aber prekäre Arbeitsverhältnisse (Generation Praktikum, Neue Selbständigkeit, Teilzeitarbeit, Zeitarbeit) massiv zu.

Wenn Maschinen alles produzieren, hängt das Ergebnis davon ab wie alles verteilt wird. Jeder kann ein Leben von luxuriöser Freiheit führen wenn der von Maschinen produzierte Reichtum geteilt wird, oder ein Großteil der Menschheit endet in elender Armut wenn die Maschinen-Besitzer erfolgreich eine Umverteilung des Reichtums verhindern.“ - Stephen Hawking

Barbara Huemer, Grüne Gemeinderätin für die Bereiche Arbeit und Frauen, hat mit uns, unter reger Teilnahme des Publikums, gemeinsam über die immer härter werdenden Realitäten eines neoliberalen Arbeitsmarktes diskutiert. Auch wurden viele alternative Lösungsvorschläge thematisiert. Anschließend galt es diese noch ausloten wie diese Lösungsvorschläge zu implementieren sind. Trotz der fortgeschrittenen Stunde gab es nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung noch vieles unter den Teilnehmer*innen zu debattieren.


Fazit: Grüne Forderungen wie Arbeitszeitverkürzung sind wichtiger denn je.