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am 7. November 2017

Weniger Vielfalt am Rochusmarkt?

Franz Zinggl - Der in der Bevölkerung beliebte - kleine, aber feine - Augustinermarkt (wie der Rochusmarkt noch offiziell heißt), soll nach dem Wunsch der BewohnerInnen kein zweiter Naschmarkt in seinem Schicksal werden.

Die kürzlich hinter dem Markt eröffnete Postzentrale – mit Einkaufszentrum – soll ein zusätzlicher Anreiz für die Bevölkerung werden, den Markt zu besuchen, der als einer der wenigen in Wien floriert. Ob das weiterhin so sein wird ist fraglich, wenn man sich die Struktur der 40 Stände ein bisschen näher ansieht.

Vor einiger Zeit hat die Stadtverwaltung richtig entschieden, dass der Gastronomieanteil nicht mehr als ein Drittel der Verkaufsfläche ausmachen darf. Dies wird gerade noch eingehalten. Was nun die Inhaberseite anlangt, will man hoffen, dass das städtische Marktamt rechtzeitig erkennt, was unserem Rochusmarkt gut tut, und welcher Branchenmix notwendig ist, um einer Konzentration vorzubeugen. Haben wir es mit einer Sorte Markt zu tun, die sich als Fachmarkt von verschiedenen Anbietern eines Genres versteht (z.B. mehrere Blumenhändler bilden einen Blumenmarkt), oder soll es sich um einen Versorgermarkt handeln, der den KonsumentInnen das gesamte Warenangebot an einem Ort bietet?

Nach den jüngsten Übernahmen befinden sich allerdings mehrere Marktstände in einer Hand und das Warenangebot hat sich reduziert. Wenn der Rochusmarkt in der Hand von zwei oder drei dominierenden BetreiberInnen ist, wird er aber seinem Begriff „Markt“ nicht mehr gerecht, sondern wird ein privates Monopol. Dann verschwinden so rare Artikel wie Sauergemüse oder orientalische Spezialitäten aus dem Marktbild. Dies kann nicht im Sinne der Bevölkerung sein und könnte zum fatalen Schicksal eines Volkertmarktes in der Leopoldstadt führen. Wir werden die Entwicklung weiter beobachten und uns bei den zuständigen Stellen für eine gesunde Struktur des Rochusmarktes einsetzen.