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am 3. Mai

Rinderhalle St. Marx. Wie geht's weiter?

Filip Paspalj, Webredaktion Grüne Landstraße - Das Viertel Neu Marx wird sich in wenigen Jahren stark verändern. Darum musste auch die Nutzung der Rinderhalle neu bestimmt werden. Die kleinteilige Nutzung für Kreative, Start-ups und kleinere Veranstaltungen ist geplant. Ein Verfahren dazu wurde Anfang des Jahres gestartet.

1877 beschloss die Stadt Wien, den Wiener Zentral-Schlachtviehmarkt in St. Marx auszubauen. Zu dieser Zeit wurde die heute denkmalgeschützte Rinderhalle errichtet. Sie gilt als erste Schmiedeeisenkonstruktion in Wien und ist beeindruckend in ihrer Architektur und Größe. Sie besteht aus zwei dreischiffigen Hallen, die durch eine überdachte Fahrstraße verbunden sind. Von 2006 bis 2007 wurde die Außenhülle der Halle durch die Wiener Standortentwicklungsgesellschaft saniert. 2011 bis 2014 wurde ein Nutzungskonzept erarbeitet und erste Schritte wie die Sanierung und Ausbau der Infrastruktur umgesetzt. 

Derzeit ist die Marx Halle an den Betreiber Hey-U Mediagroup vermietet. Momentan finden darin Konzerte, Ausstellungen, Messen, Kulturevents, Galas und Feste statt. Im linken vorderen Teil wurde das Theater „Globe Wien“ errichtet, unter anderem mit Aufführungen von Michael Niavarani. Das „Globe Wien“ wird jedenfalls bis mindestens 2019 in der Marx Halle blieben. 

Zukünftige Pläne und der Prozess "Neu Marx reloaded"

Mit der Entwicklung des ganzen Areals Neu Marx muss auch die Zukunft der Marx Halle als öffentlich zugängliches Zentrum angegangen werden. Im Prozess „Neu Marx reloaded“ wurden auch die Entwicklungsperspektiven für die Halle erarbeitet. Vorgesehen ist eine kleinteilige Nutzung für Kultur- und Kreativwirtschaft, Start-ups, Kleingewerbe, Sport und Freizeitflächen, Gastronomie, Nahversorgung und vieles mehr. 

Kurz gesagt: Nutzungen, die auch mit der zukünftigen städtebauliche Entwicklung rund um die Halle verträglich sind und gleichzeitig die Einzigartigkeit der Halle respektieren. 

Mitte Jänner 2017 startete ein zweistufiges Auswahlverfahren der Wiener Stadtentwicklungsgesellschaft mit dem Titel „Marx Halle reloaded“, das sich an potenzielle Betreiber*innen, Nutzer*innen und Investor*innen richtet. Gesucht werden Konzepte für eine nachhaltige, kreative und permanente Nutzung der Marx Halle, wobei eine Untergliederung in bis zu sieben Baufelder möglich ist. Für einen Teilbereich ist geplant, Veranstaltungen mit bis zu 1.500 Personen weiterhin durchzuführen. Eine Jury wählt bis Ende Juli 2017 die besten Einreichungen aus. Die Wirtschaftsagentur Wien wird die Baukosten von innovativen Konzepten mit insgesamt 400.000 Euro unterstützen. 

Für uns Grüne ist wichtig: 
  • Eine Nutzung der Marx Halle, die sich mit dem neuen Grätzel verträgt.
  • Der einzigartige Charakter der Halle soll erhalten bleiben. Für viele Veranstalter*innen und Menschen aus der Kreativwirtschaft ist die Marx Halle ein wichtiger Ort geworden – z.B. für den Designmarkt Edelstoff. 
  • Die Marx Halle hat eine wichtige Bedeutung für das gesamte Areal: Ein öffentlicher Zugang und die Durchwegung sind wesentlich. 

Denn die vielen neuen Bewohner*innen und alle Landstraßer*innen sollen mit der Marx Halle ein neues Grätzelzentrum bekommen, dass ein Ort der Begegnung werden kann.