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am 1. Mai

Kreative Räume statt Leerstand

Laura Soyer - Der Bedarf an leistbarem Raum in Wien – sowohl zum Wohnen als auch zur kreativen Nutzung – ist groß. Eine Möglichkeit, auf günstigem Raum Ideen zu erproben, sind Zwischennutzungsprojekte.

Die Gestaltung und Erhaltung nachhaltiger, vitaler Nachbarschaften ist ein zentrales Anliegen unserer Bezirkspolitik. Die Aktivierung von Leerständen und die Revitalisierung sonst brach liegender Räume ist daher ganz im Sinne grüner Stadtpolitik. Die rotgrüne Stadtregierung hat eine zentrale Forderung vieler KünstlerInnen und Kulturschaffenden erfüllt und eine Agentur für Zwischennutzung ins Leben gerufen. Ziel der Plattform “Kreative Räume” ist es, Leerstand sichtbar zu machen, potenzielle NutzerInnen und EigentümerInnen zusammenzubringen und über die Rahmenbedingungen einer kurz- oder längerfristigen Nutzung zu informieren.

Worum geht's genau?

Der Begriff Zwischennutzung bezeichnet die temporäre Bespielung und Nutzung von Räumlichkeiten und stellt einen Versuch dar, die Interessen von EigentümerInnen und Raumsuchenden zusammenzubringen. Menschen, die ihre Räume für eine begrenzte Zeit zur Verfügung stellen, sparen sich somit die Leerstandskosten und lassen Ihre Liegenschaften dabei nicht unbenützt verfallen.

Auf der anderen Seite erhalten Raumsuchende dadurch die Möglichkeit, mit geringem finanziellen Aufwand ihre künstlerischen, unternehmerischen und kreativen Projekte zu realisieren und dabei auch zur Revitalisierung eines Viertels beizutragen.

Ein Beispiel für ein gelungenes Zwischennutzungsprojekt ist das Packhaus direkt bei uns in der Landstraße. In der Marxergasse 24 befindet sich seit April 2014 in einem Bürohaus aus den 70er Jahren ein Ort für selbstständiges Arbeiten und kreative Unternehmen. Das Gebäude, das einst das Bundesrechnungszentrum beherbergt hat, stand acht Jahre lang leer.

Nun können viele kleine Start-Ups und Kreative die rund 2300 m2 gemeinsam nutzen und wiederbeleben.

Ökonomie neu denken

Das Öffnen von Räumen bedeutet auch über kulturelle Nahversorgung, Gemeinwesen und alternative ökonomische Strukturen neu nachzudenken. Ein sinnvolles und nachhaltiges Nutzen von Leerständen sollte eine Perspektive für die gesamte Stadt einnehmen und daher im Sinne einer „Stadtgestaltung von unten“ auch Räume für Personen und Gruppen schaffen, die nicht kommerziell arbeiten und weniger Ressourcen zur Verfügung haben.