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am 24. Juli

Erdberg wächst zum Donaukanal

Bora Akcay - An der Erdberger Lände rückt die Stadt wieder ein Stück näher zum Wasser. Neue Wohnviertel und ein Park sind im Entstehen. Damit wird in Zukunft auch die Verkehrsbelastung zum Thema.

Es wird gerade viel gebaut an der Erdberger Lände: Zwischen dem Henkel-Areal und den ehemaligen Postbuswerkstätten befindet sich eines der großen Stadtentwicklungsgebiete des Bezirks, das bereits 2009 als „Waterfront Erdberger Lände“ in den Grundzügen geplant wurde. Möglich wurde das durch die Absiedlung großer Firmen wie Siemens und der ÖBB. Damals setzte sich das ArchitektInnen-Team Frötscher Lichtenwagner/Freimüller Söllinger beim städtebaulichen Ideenwettbewerb durch. Ihr Konzept sieht das Weiterführen des gründerzeitlichen Bestandes vor, aber auch „aufgelöste Blocks“, die sich nach Süden öffnen. Dabei teilt sich die „Waterfront“ in zwei getrennte Areale, auf denen zwei Bauträger unter verschiedenen Projektnamen arbeiten.

Bauarbeiten laufen bereits

Auf dem ehemaligen Siemens-Gelände auf Höhe der Haidingergasse baut die CA Immo AG bereits an den Wohnblocks von „Laendyard“ und am Bürohaus „ViE“. Die ersten 220 Wohnungen im südlichen Bauteil sollen Ende 2017 fertiggestellt sein. Seit einigen Jahren abgeschlossen ist die Revitalisierung des Bürohauses „Silbermöwe“ (Sitz der Bosch AG) und des Bürokomplexes zwischen der Dietrichgasse und der Lände. Weiter stromabwärts auf Höhe der Drorygasse befanden sich die ÖBB-Werkstätten für die Postbusse, die bereits abgerissen sind. Hier werden die Premium Immobilien AG und ARE Development ein neues Viertel errichten, das in erster Linie Wohnblocks beinhalten wird („Das Ensemble“). Rund 800 freifinanzierte Wohnungen werden hier bis 2020 entstehen, wobei nur ein Drittel der Grundstücksfläche verbaut wird. Für das gesamte Grätzel wird der Leonie-Rysanek-Park mit 7000 m² Fläche neu geschaffen. Er soll die Verlängerung der Drorygasse bis zum Donaukanal bilden und wird auch einen Kindergarten beherbergen. Auf der gesamten Länge des Neubaugebiets werden die Fassaden fünf Meter nach hinten gerückt damit es Platz für eine weitere Baumreihe gibt.

Autos bleiben draußen

Wie schon im städtebaulichen Konzept vorgesehen, wird im Inneren des Gebiets kein Autoverkehr möglich sein. Lediglich Zufahrten für die Feuerwehr müssen offen bleiben. Die Erreichbarkeit der Tiefgaragen wird über die Erdberger Lände gewährleistet. Was uns als Grüne außerdem freut: Für die FußgängerInnen und Radfahrenden werden entsprechende Wege in der Drorygasse errichtet, wo auch eine neue Verkehrsampel über die Lände zum Donaukanalufer installiert wird. Parallel zur Lände wird sich der neue Peter-Wehle-Weg befinden. Ob dieser durchgehend vom Park bis zur Haidingergasse führen wird, ist noch unklar, nachdem sich ein Teil des geplanten Weges auf dem Grundstück der Firma Smoliner befindet. Im Konzept von 2009 ist auch von einer „Verlangsamung“ des Autoverkehrs an der Lände die Rede. Im Sinne der bereits hier lebenden und der neu hinzu kommenden BewohnerInnen werden wir uns dafür einsetzen, dass die enorme Lärm- und Abgasbelastung langfristig reduziert wird. Stadtentwicklung heißt für uns auch, dass sich Prioritäten ändern. Die Lebensqualität der LandstraßerInnen muss in der Bezirkspolitik auch an den Durchzugsstraßen Vorrang haben!​