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am 20. April 2017

Ein neuer Stadtteil auf den Aspanggründen

Bora Akcay, Webredaktion Grüne Landstraße - 2011 wurden die bestehenden Eurogate-Passivhäuser fertiggestellt. Die weiteren Planungen für das Areal des ehemaligen Aspangbahnhofs sind nun einen Schritt weiter. Der erste Bildungscampus in unserem Bezirk und die zweite Bauphase von Eurogate nehmen damit konkrete Formen an.

(C) Superblock

Wo sich neben der Eurogate-Siedlung derzeit noch einige Gebäude der Technischen Universität und eine unverbaute Brache befinden, wird in Zukunft ein Bildungscampus und ein neues Wohn- und Geschäftsviertel entstehen. Im März wurden die Pläne für diese beiden Großprojekte der Öffentlichkeit präsentiert. Beim Bildungscampus hat der Entwurf des Architekten Martin Kohlbauer die Jury des Architekturwettbewerbs überzeugt. Charakteristisch für das Gebäude sind seine rundherum laufenden Terrassen, die den Campus zum gesamten Stadtviertel öffnen sollen.

Dabei soll er sich in den öffentliche Raum, insbesondere den angrenzenden Leon-Zelman-Park, integrieren. 1300 Kinder werden hier ab 2021 zur Schule oder in den Kindergarten gehen. Das Besondere am Konzept ist, dass mehrere Klassen und Kindergartengruppen jeweils zu Bildungsbereichen („Biber“) mit gemeinsamen Begegnungsflächen und Terrassen zusammengefasst werden. Der Namensgeber des Bildungscampus, der jüdische Lehrer Aron Menczer, hat zwischen 1939 und 1942 vielen jüdischen Kindern in Wien das Leben gerettet und wurde selbst 1943 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet.

Aspanggründe, zweiter Teil 

Am daneben liegenden Areal wird die zweite Bauphase von Eurogate ab 2020 umgesetzt. Insgesamt rund 1900 Wohnungen sollen hier entstehen, 40 Prozent davon in geförderten Wohnbauten. Beim Wettbewerb für das städtebauliche Konzept konnte sich das Architekturbüro Superblock durchsetzen. Unter dem Motto „Alle am Park“ haben sie einen weitgehend durchgrünten Stadtteil entworfen, der aber auch an die Häuserblocks der Gründerzeit erinnert. Was uns besonders freut: Es wird innerhalb der Siedlung keinen Autoverkehr geben und auf den Dächern sind Gemeinschaftsgärten. Eine „Stadtwildnis“, die es ebenfalls geben soll, sehen wir als gute Ergänzung zum durchgeplanten Leon-Zelman-Park. Erschwerend für die PlanerInnen war das Gelände, das eine natürliche Stufe von bis zu 15 Metern Höhe aufweist. Hier ist eine Erdgeschoßzone für Sondernutzungen vorgesehen.

Ein weiteres Problem ergibt sich durch die Verkehrsbelastung des Areals. Zum stark befahrenen und lauten Landstraßer Gürtel hin werden vor allem Bürogebäude und eine etwas niedrigere Geschäftszeile ausgerichtet sein. Letztere soll an die Gürtelbögen erinnern und eine Lärmbarriere für das Viertel sein.

Platz für Neues 

Wir als Landstraßer Grüne freuen uns über die kommenden Entwicklungen in diesem Teil des Bezirks und sehen eine klare Verbesserung gegenüber der ersten Bauphase von Eurogate. Vor allem eine lebendige Erdgeschoßzone und die soziale Durchmischung wollen wir als politische Ziele für das neue Viertel weiter verfolgen. Außerdem fordern wir: Künftige BewohnerInnen, die die Errichtung eines Hauses selbst organisieren, so genannte Baugruppen, sollten bei der Vergabe der Baufelder berücksichtigt werden. In anderen Bezirken haben sich diese Initiativen als Bereicherung erwiesen. Auch in der Landstraße sollen innovative Wohnformen und dadurch entstehende Gemeinschaften einen Platz bekommen.