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am 28. April

Tag der Arbeitslosen 2017: Arbeit gerecht verteilen

Philipp Hammer - Nie zuvor waren so viele Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen wie im Jahr 2016. Wir Grüne fordern daher eine generelle Arbeitszeitverkürzung, um die vorhandene Arbeit gerechter zu verteilen.

Im vergangenen Jahr hat die Arbeitslosigkeit in Österreich mit mehr als 357.000 betroffenen Personen einen neuen Rekordwert erreicht. Nie zuvor waren (im Jahresdurchschnitt) mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen als 2016. Immerhin zeichnet sich seit November eine leichte Trendwende ab, denn seither sinkt die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen und der SchulungsteilnehmerInnen - zum ersten Mal seit fünf Jahren - zumindest geringfügig. 

Doch für eine nachhaltige Entspannung am Arbeitsmarkt und einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit reicht dieser Umschwung nicht aus. Und bei Menschen, die von den gegenwärtigen Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt besonders benachteiligt werden – wie beispielsweise Menschen über 50 Jahren, Personen mit gesundheitlichen Problemen oder langzeitarbeitslose Menschen – steigt die Arbeitslosigkeit weiterhin an. Mittlerweise ist jeder dritte Arbeitslose in Österreich schon länger als ein Jahr auf der Suche nach einer neuen Erwerbsarbeit und gilt damit als "langzeitbeschäftigungslos". In Wien trifft dies aktuell sogar für fast 44 Prozent der arbeitslosen Menschen zu.

Während viele Menschen keine Erwerbsarbeit haben, arbeiten andere zuviel: Im vergangenen Jahr wurden in Österreich beispielsweise mehr als 254 Millionen Überstunden geleistet. 


Für eine gerechtere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit

Das geringe Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre hat nicht ausgereicht, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Allerdings ist die Produktivität deutlich gestiegen. Das bedeutet, dass wir alle zum Leben benötigten Waren in kürzerer Zeit herstellen können. Mehr als 40 Jahre nach der Einführung der 40-Stunden-Woche ist es wieder Zeit für eine weitere Arbeitszeitverkürzung, um die vorhandene Arbeit gerechter zu verteilen. 

Wir Grüne fordern daher eine generelle Verkürzung der Arbeitszeit auf 30 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich für untere und mittlere Einkommen. Dadurch könnte die in unserer Gesellschaft vorhandene Arbeit besser verteilt und die Arbeitslosigkeit deutlich gesenkt werden. 

Gleichzeitig schaffen kürzere Arbeitszeiten auch Spielraum, um unbezahlte Arbeiten wie Kinderbetreuung oder Hausarbeit gerechter zwischen Frauen und Männern zu verteilen. Derzeit werden diese Aufgaben immer noch fast ausschließlich von Frauen erbracht – oft neben einer in vielen Fällen nicht existenzsichernden Teilzeitbeschäftigung. 


Gute Arbeit für alle

Neben einer Arbeitszeitverkürzung setzen wir Grüne uns ein für … 

  • eine gute und existenzsichernde Arbeit für alle
  • die Umverteilung von Vermögen durch eine Steuer auf sehr große Vermögen
  • Mindestlöhne in der Höhe von 1750 Euro brutto
  • die freiwillige Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen des AMS
  • eine jährliche Inflationsanpassung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe
  • die Einführung einer Arbeitslosenanwaltschaft zur institutionalisierten Vertretung von erwerbsarbeitslosen Menschen