Vorrang für Fußgänger:innen im Weißgerberviertel

Thomas Müller – Seit vielen Jahren bemühen sich Anrainer:innen und auch wir Grüne um breitere Gehsteige in der Kollergasse im Weißgerberviertel. Diese sind derzeit nur einen Meter breit und eine Zumutung. Da wir aber nicht so leicht aufgeben, starten wir erneut eine Initiative für eine zeitgemäße Umgestaltung, die außerdem auch Baumpflanzungen und ein Einbremsen des Autoverkehrs vorsieht.

Wer zwischen der Marxergasse und dem Kolonitzplatz zu Fuß unterwegs ist, wird die Stelle in der Kollergasse kennen, wo sich die Frühgrunderzeit-Häuser auf einmal recht nahe gegenüber stehen. Hier ist die Gasse ca. 9 Meter breit und den Passant:innen wurde in grauer Vorzeit gerade einmal 1 Meter Gehsteig pro Seite eingeräumt. Standard sind heute 2 Meter, aber längst nicht überall wurde diese Vorgabe der Stadt bereits umgesetzt. So lange sie nicht neu errichtet werden müssen, bleiben die alten Gehsteige wie sie sind. In den 1990ern wurden zwar überall massiv Schrägparkplätze markiert, aber nur selten gab es seither in dieser Gegend mehr Platz für Fußgänger:innen. Rühmliche Ausnahme: In der Löwengasse zwischen Kolonitzplatz und Post gab es bereits vor Längerem eine Verbreiterung, allerdings mit dem Hintergrund, dass die dort parkenden Autos die Straßenbahn so oft behindert haben und daher weg mussten.

Platzverhältnisse in der Kollergasse

Die Schmalsten Gassen im Grätzl

Viele Anrainer:innen wünschen sich schon seit Jahren, dass zumindest die schmalsten Gehsteige des Grätzls, wie in der Kollergasse oder in der Seidlgasse, eine normale Breite bekommen, aber bisher ohne Erfolg. Dabei wären eine Volksschule und drei Kindergärten in unmittelbarer Nähe wodurch hier auch das Thema Verkehrssicherheit eine Rolle spielt. Denn trotz der engen Gasse, erachten es etliche Autolenker:innen nicht für notwendig ihr Tempo beim Durchfahren anzupassen.

Nach mehreren Versuchen haben wir Grüne die voriges Jahr von der Stadt erstellte Baumpotenzial-Analyse zum Anlass genommen, um das Problem wieder anzugehen. Denn zwischen Kolonitzplatz und Hetzgasse wäre in der Kollergasse auch Platz für einige Bäume und Sträucher. Daher haben wir der Bezirksvorstehung folgende konkrete Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Die engen Gehsteige (Hausnummern 7 und 9) auf 2 Meter verbreitern
  • Am Anfang und am Ende des Bereichs eine Aufdoppelung, damit die Autolenker:innen nicht ungebremst von der Marxergasse her durchfahren können.
  • Bei der Kreuzung mit der Hetzgasse Vorziehungen wie zuletzt in der Bechardgasse. Das Kreuzungsplateau könnte angehoben werden.
  • Nach der Kreuzung an vier Stellen den Asphalt beseitigen. Dort wäre dann Platz zum Garteln oder für Bäume und daneben Sitzbänke.
Im Winter keine Möglichkeit dem Schnee und Eis vom Dach auszuweichen

Vom Bezirksvorsteher (SPÖ) haben wir bereits im Dezember 2022 erste positive Signale zu unseren Vorschlägen bekommen. Seither ist leider noch nichts Konkretes passiert, um die Situation zu verbessern. Dieses Jahr haben wir im Zuge der Verhandlungen zum Bezirksbudget die Zusage bekommen, dass die nötigen Mittel für einen Gehsteigausbau und für Baumpflanzungen zur Verfügung gestellt werden. Positiv sehen wir auch, dass die SPÖ der Erstellung eines „Masterplans Gehen“ für den 3. Bezirk zugestimmt hat (das war bis vor kurzem nicht der Fall). Ein solcher Masterplan ist u.a. die Voraussetzung für Förderungen aus dem Aktionsprogramm „klimaaktiv mobil“ des Klimaschutzministeriums. Nicht nur in der Kollergasse, sondern auch an vielen anderen Stellen des Bezirks können damit Projekte zum Zu-Fuß-Gehen mitfinanziert werden. Dieses zusätzliche Geld sollte sich der Bezirk keinesfalls entgehen lassen.

Es zahlt sich also aus, einen langen Atem zu haben, denn hin und wieder geht im Bezirk auch etwas weiter, wie man z.B. an den Baumscheiben in der Bechardgasse sehen kann, die voriges Jahr errichtet wurden.